{"id":1124,"date":"2016-04-29T21:44:21","date_gmt":"2016-04-29T20:44:21","guid":{"rendered":"http:\/\/future-forever.de\/?p=1124"},"modified":"2017-11-16T00:28:55","modified_gmt":"2017-11-15T23:28:55","slug":"haager-landkriegsordnung-hlko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/future-forever.de\/?p=1124","title":{"rendered":"Haager Landkriegsordnung HLKO"},"content":{"rendered":"<p><strong>Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebr\u00e4uche des Landkriegs. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom 18. Oktober 1907.<\/strong><\/p>\n<p>Seine Majest\u00e4t der Deutsche Kaiser, K\u00f6nig von Preu\u00dfen, der  Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Amerika, der Pr\u00e4sident der  Argentinischen Republik, Seine Majest\u00e4t der Kaiser von \u00d6sterreich, K\u00f6nig  von B\u00f6hmen u. s. w. und Apostolischer K\u00f6nig von Ungarn, Seine Majest\u00e4t  der K\u00f6nig der Belgier, der Pr\u00e4sident der Republik Bolivien, der  Pr\u00e4sident der Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien, Seine  K\u00f6nigliche Hoheit der F\u00fcrst von Bulgarien, der Pr\u00e4sident der Republik  Chile, der Pr\u00e4sident der Republik Kolumbien, der einstweilige Gouverneur  der Republik Kuba, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von D\u00e4nemark, der Pr\u00e4sident  der Dominikanischen Republik, der Pr\u00e4sident der Republik Ekuador, der  Pr\u00e4sident der Franz\u00f6sischen Republik, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig des  Vereinigten K\u00f6nigreichs von Gro\u00dfbritannien und Irland und der Britischen  \u00fcberseeischen Lande, Kaiser von Indien, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig der  Hellenen, der Pr\u00e4sident der Republik Guatemala, der Pr\u00e4sident der  Republik Ha\u00efti, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Italien, Seine Majest\u00e4t der  Kaiser von Japan, Seine K\u00f6nigliche Hoheit der Gro\u00dfherzog von Luxemburg,  Herzog zu Nassau, der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Mexiko,  Seine K\u00f6nigliche Hoheit der F\u00fcrst von Montenegro, Seine Majest\u00e4t der  K\u00f6nig von Norwegen, der Pr\u00e4sident der Republik Panama, der Pr\u00e4sident der  Republik Paraguay, Ihre Majest\u00e4t die K\u00f6nigin der Niederlande, der  Pr\u00e4sident der Republik Peru, Seine Kaiserliche Majest\u00e4t der Schah von  Persien, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Portugal und Algarvien u. s. w.,  Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Rum\u00e4nien, Seine Majest\u00e4t der Kaiser aller  Reu\u00dfen, der Pr\u00e4sident der Republik Salvador, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig  von Serbien, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Siam, Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig  von Schweden, der Schweizerische Bundesrat, Seine Majest\u00e4t der Kaiser  der Osmanen, der Pr\u00e4sident des Orientalischen Freistaats Uruguay, der  Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Venezuela,<\/p>\n<p>in der Erw\u00e4gung,  da\u00df bei allem Bem\u00fchen, Mittel zu suchen, um den Frieden zu sichern und  bewaffnete Streitigkeiten zwischen den V\u00f6lkern zu verh\u00fcten, es doch von  Wichtigkeit ist, auch den Fall ins Auge zu fassen, wo ein Ruf zu den  Waffen durch Ereignisse herbeigef\u00fchrt wird, die ihre F\u00fcrsorge nicht hat  abwenden k\u00f6nnen,<\/p>\n<p>von dem Wunsche beseelt, selbst in diesem  \u00e4u\u00dfersten Falle den Interessen der Menschlichkeit und den sich immer  steigernden Forderungen der Zivilisation zu dienen,<\/p>\n<p>in der  Meinung, da\u00df es zu diesem Zwecke von Bedeutung ist, die allgemeinen  Gesetze und Gebr\u00e4uche des Krieges einer Durchsicht zu unterziehen, sei  es, um sie n\u00e4her zu bestimmen, sei es, um ihnen gewisse Grenzen zu  ziehen, damit sie soviel wie m\u00f6glich von ihrer Sch\u00e4rfe verlieren,<\/p>\n<p>haben  eine Vervollst\u00e4ndigung und in gewissen Punkten eine bestimmtere Fassung  des Werkes der Ersten Friedenskonferenz f\u00fcr n\u00f6tig befunden, die im  Anschlu\u00df an die Br\u00fcsseler Konferenz von 1874, ausgehend von den durch  eine weise und hochherzige F\u00fcrsorge eingegebenen Gedanken, Bestimmungen  zur Feststellung und Regelung der Gebr\u00e4uche des Landkriegs angenommen  hat.<\/p>\n<p>Nach der Auffassung der hohen vertragschlie\u00dfenden Teile  sollen diese Bestimmungen, deren Abfassung durch den Wunsch angeregt  wurde, die Leiden des Krieges zu mildern, soweit es die milit\u00e4rischen  Interessen gestatten, den Kriegf\u00fchrenden als allgemeine Richtschnur f\u00fcr  ihr Verhalten in den Beziehungen untereinander und mit der Bev\u00f6lkerung  dienen.<\/p>\n<p>Es war indessen nicht m\u00f6glich, sich schon jetzt \u00fcber  Bestimmungen zu einigen, die sich auf alle in der Praxis vorkommenden  F\u00e4lle erstrecken.<\/p>\n<p>Andererseits konnte es nicht in der Absicht der  hohen vertragschlie\u00dfenden Teile liegen, da\u00df die nicht vorgesehenen  F\u00e4lle in Ermangelung einer schriftlichen Abrede der willk\u00fcrlichen  Beurteilung der milit\u00e4rischen Befehlshaber \u00fcberlassen bleiben.<\/p>\n<p>Solange,  bis ein vollst\u00e4ndigeres Kriegsgesetzbuch festgestellt werden kann,  halten es die hohen vertragschlie\u00dfenden Teile f\u00fcr zweckm\u00e4\u00dfig,  festzusetzen, da\u00df in den F\u00e4llen, die in den Bestimmungen der von ihnen  angenommenen Ordnung nicht einbegriffen sind, die Bev\u00f6lkerung und die  Kriegf\u00fchrenden unter dem Schutze und der Herrschaft der Grunds\u00e4tze des  V\u00f6lkerrechts bleiben, wie sie sich ergeben aus den unter gesitteten  V\u00f6lkern feststehenden Gebr\u00e4uchen, aus den Gesetzen der Menschlichkeit  und aus den Forderungen des \u00f6ffentlichen Gewissens.<\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4ren, da\u00df namentlich die Artikel 1 und 2 der angenommenen Ordnung in diesem Sinne zu verstehen sind.<\/p>\n<p>Die  hohen vertragschlie\u00dfenden Teile, die hier\u00fcber ein neues Abkommen  abzuschlie\u00dfen w\u00fcnschen, haben zu Ihren Bevollm\u00e4chtigten ernannt:<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der Deutsche Kaiser, K\u00f6nig von Preu\u00dfen: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Freiherrn Marschall <em>von Bieberstein<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Staatsminister, au\u00dferordentlichen und bevollm\u00e4chtigten Botschafter in Konstantinopel;<\/p>\n<p>Herrn Dr. <em>Johannes Kriege<\/em>,  Allerh\u00f6chstihren Gesandten in au\u00dferordentlicher Mission zu dieser  Konferenz, Geheimen Legationsrat und Justitiar im Ausw\u00e4rtigen Amte,  Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Amerika: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Joseph H. Choate<\/em>, au\u00dferordentlichen Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Horace Porter<\/em>, au\u00dferordentlichen Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Uriah M. Rose<\/em>, au\u00dferordentlichen Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>David Jayne Hill<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik im Haag,<\/p>\n<p>Herrn <em>Charles S. Sperry<\/em>, Kontreadmiral, bevollm\u00e4chtigten Minister,<\/p>\n<p>Herrn <em>George B. Davis<\/em>, Brigadegeneral, Chef der Milit\u00e4rjustiz der Bundesarmee, bevollm\u00e4chtigten Minister,<\/p>\n<p>Herrn <em>William I. Buchanan<\/em>, bevollm\u00e4chtigten Minister;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Argentinischen Republik:<\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Roque Saenz Pe\u00f1a<\/em>,  ehemaligen Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, au\u00dferordentlichen  Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Rom, Mitglied  des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Luis M. Drago<\/em>,  ehemaligen Minister der Republik f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und f\u00fcr  Kultus, Kammerdeputierten, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Carlos Rodriguez Larreta<\/em>, ehemaligen Minister der Republik f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und f\u00fcr Kultus, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der Kaiser von \u00d6sterreich, K\u00f6nig von B\u00f6hmen u. s. w. und Apostolischer K\u00f6nig von Ungarn: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Ga\u00ebtan M\u00e9rey von Kapos-M\u00e9re<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Geheimen Rat, au\u00dferordentlichen und bevollm\u00e4chtigten Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Baron Karl von Macchio<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Athen;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig der Belgier: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Beernaert<\/em>, Allerh\u00f6chstihren  Staatsminister, Mitglied der Repr\u00e4sentantenkammer, Mitglied des Institut  de France und der k\u00f6niglichen Akademien von Belgien und Rum\u00e4nien,  Ehrenmitglied des Instituts f\u00fcr Internationales Recht, Mitglied des  St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>J. van den Heuvel<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Staatsminister, ehemaligen Justizminister,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn Baron <em>Guillaume<\/em>,  Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten  Minister im Haag, Mitglied der K\u00f6niglichen Akademie von Rum\u00e4nien;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Bolivien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Claudio Pinilla<\/em>, Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten der Republik, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Fernando E. Guachalla<\/em>, bevollm\u00e4chtigten Minister in London;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Ruy Barbosa<\/em>, au\u00dferordentlichen und bevollm\u00e4chtigten Botschafter, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Eduardo F. S. dos Santos Lisb\u00f4a<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine K\u00f6nigliche Hoheit der F\u00fcrst von Bulgarien: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Vrban Vinaroff<\/em>, Generalmajor im Generalstab, Allerh\u00f6chstihren General \u00e0 la suite,<\/p>\n<p>Herrn <em>Ivan Karandjouloff<\/em>, Generalstaatsanwalt beim Kassationshofe;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Chile: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Domingo Gana<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in London,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Augusto Matte<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Berlin,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Carlos Concha<\/em>,  ehemaligen Kriegsminister, ehemaligen Pr\u00e4sidenten der  Deputiertenkammer, ehemaligen au\u00dferordentlichen Gesandten und  bevollm\u00e4chtigten Minister in Buenos-Aires;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Kolumbien: <\/em><\/p>\n<p>Herrn General <em>Jorge Holguin<\/em>,<\/p>\n<p>Herrn <em>Santiago Perez Triana<\/em>,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn General <em>Marceliano Vargas<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris;<\/p>\n<p><em>Der einstweilige Gouverneur der Republik Kuba: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Antonio Sanchez de Bustamante<\/em>, Professor des Internationalen Rechtes an der Universit\u00e4t in Havana, Senator der Republik,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Gonzalo de Quesada y Ar\u00f3stegui<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Washington,<\/p>\n<p>Herrn <em>Manuel Sanguily<\/em>, ehemaligen Direktor des Instituts f\u00fcr h\u00f6heren Unterricht in Havana, Senator der Republik;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von D\u00e4nemark: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz, Herrn <em>Constantin Brun<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Kammerherrn, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Washington,<\/p>\n<p>Herrn Kontreadmiral <em>Christian Frederik Scheller<\/em>,<\/p>\n<p>Herrn <em>Axel Vedel<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Kammerherrn, Sektionschef im K\u00f6niglichen Ministerium der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Dominikanischen Republik: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Francisco Henriquez y Carvajal<\/em>, ehemaligen Staatssekret\u00e4r im Ministerium der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten der Republik, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn <em>Apolinar Tejera<\/em>, Rektor des Gewerbeinstituts der Republik, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Ekuador: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Viktor Rend\u00f3n<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris und in Madrid,<\/p>\n<p>Herrn Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger <em>Enrique Dorn y de Als\u00faa<\/em>;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Franz\u00f6sischen Republik: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>L\u00e9on Bourgeois<\/em>, au\u00dferordentlichen  Botschafter der Republik, Senator, ehemaligen Ministerpr\u00e4sidenten,  ehemaligen Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, Mitglied des  St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn Baron <em>d&#8217;Estournelles de Constant<\/em>, Senator, bevollm\u00e4chtigten Minister erster Klasse, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn <em>Louis Renault<\/em>,  Professor an der Juristischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t in Paris,  charakterisierten bevollm\u00e4chtigten Minister, Justitiar des Ministeriums  der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, Mitglied des Institut de France,  Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Marcellin Pellet<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Franz\u00f6sischen Republik im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig des Vereinigten K\u00f6nigreichs von  Gro\u00dfbritannien und Irland und der Britischen \u00fcberseeischen Lande, Kaiser  von Indien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Sehr Ehrenwerten <em>Sir Edward Fry, G. C. B.<\/em>, Mitglied des Geheimen Rates, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Botschafter, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Sehr Ehrenwerten <em>Sir Ernest Mason Satow, G. C. M. G.<\/em>, Mitglied des Geheimen Rates, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Sehr Ehrenwerten <em>Donald James Mackay Baron Reay, G. C. S. I., G. C. I. E.<\/em>, Mitglied des Geheimen Rates, ehemaligen Vorsitzenden des Instituts f\u00fcr Internationales Recht,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz <em>Sir Henry Howard, K. C. M. G., C. B.<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigen Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig der Hellenen: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Cl\u00e9on Rizo Rangab\u00e9<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Berlin,<\/p>\n<p>Herrn <em>Georges Streit<\/em>, Professor des Internationalen Rechtes an der Universit\u00e4t in Athen, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Guatemala: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Jos\u00e9 Tible Machado<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik im Haag und in London, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn <em>Enrique G\u00f3mez Carillo<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik in Berlin;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Ha\u00efti:<\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Jean Joseph Dalb\u00e9mar<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>J. N. L\u00e9ger<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Washington,<\/p>\n<p>Herrn <em>Pierre Hudicourt<\/em>, ehemaligen Professor des Internationalen \u00f6ffentlichen  Rechtes, Rechtsanwalt in Port-au-Prince;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Italien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Grafen <em>Joseph Tornielli Brusati di Vergano<\/em>,  Senator des K\u00f6nigreichs, Botschafter Seiner Majest\u00e4t des K\u00f6nigs in  Paris, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs, Pr\u00e4sidenten der Italienischen  Delegation,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn Kommandeur <em>Guido Pompilj<\/em>, Abgeordneten zum Parlament, Unterstaatssekret\u00e4r im K\u00f6niglichen Ministerium der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten;<\/p>\n<p>Herrn Kommandeur <em>Guido Fusinato<\/em>, Staatsrat, Abgeordneten zum Parlament, ehemaligen Unterrichtsminister;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der Kaiser von Japan: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Keiroku Tsudzuki<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen und bevollm\u00e4chtigten Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Aimaro Sato<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine K\u00f6nigliche Hoheit der Gro\u00dfherzog von Luxemburg, Herzog zu Nassau: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Eyschen<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Staatsminister, Pr\u00e4sidenten der Gro\u00dfherzoglichen Regierung,<\/p>\n<p>Herrn Grafen <em>von Villers<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger des Gro\u00dfherzogtums in Berlin;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Mexiko: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Gonzalo A. Esteva<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Rom,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Sebastian B. de Mier<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Francisco L. de la Barra<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Br\u00fcssel und im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine K\u00f6nigliche Hoheit der F\u00fcrst von Montenegro:<\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Nelidow<\/em>, Kaiserlichen Wirklichen Geheimen Rat, Botschafter Seiner Majest\u00e4t des Kaisers aller Reu\u00dfen in Paris,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>von Martens<\/em>, Kaiserlichen Geheimen Rat, st\u00e4ndiges Mitglied des Rates im Kaiserlich Russischen Ministerium der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Tcharykow<\/em>,  Kaiserlichen Wirklichen Staatsrat, au\u00dferordentlichen Gesandten und  bevollm\u00e4chtigten Minister Seiner Majest\u00e4t des Kaisers aller Reu\u00dfen im  Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Norwegen: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Francis Hagerup<\/em>, ehemaligen  Ministerpr\u00e4sidenten, ehemaligen Professor des Rechtes, Allerh\u00f6chstihren  au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag und in  Kopenhagen, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Panama: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Belisario Porras<\/em>;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Paraguay: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Eusebio Macha\u00efn<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris,<\/p>\n<p>Herrn Grafen <em>G. Du Monceau de Bergendal<\/em>, Konsul der Republik in Br\u00fcssel;<\/p>\n<p><em>Ihre Majest\u00e4t die K\u00f6nigin der Niederlande: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>W. H. von Beaufort<\/em>, Allerh\u00f6chstihren ehemaligen Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, Mitglied der zweiten Kammer der Generalstaaten,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>T. M. C. Asser<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Staatsminister, Mitglied des Staatsrats, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Jonkheer <em>J. C. C. den Beer Poortugael<\/em>, Generalleutnant a. D., ehemaligen Kriegsminister, Mitglied des Staatsrats,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Jonkheer <em>J. A. R\u00f6ell<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Adjutanten im au\u00dferordentlichen Dienste, Vizeadmiral a. D., ehemaligen Marineminister,<\/p>\n<p>Herrn <em>J. A. Loeff<\/em>, Allerh\u00f6chstihren ehemaligen Justizminister, Mitglied der zweiten Kammer der Generalstaaten;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Peru: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Carlos G. Candamo<\/em>, au\u00dferordentlichen  Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris und in  London, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Seine Kaiserliche Majest\u00e4t der Schah von Persien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz <em>Samad Khan Momtazos Saltaneh<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Paris, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz <em>Mirza Ahmed Khan Sadigh Ul Mulk<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Portugal und Algarvien u. s. w.: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn Marquis <em>de Soveral<\/em>, Allerh\u00f6chstihren  Staatsrat, Pair des K\u00f6nigreichs, ehemaligen Minister der ausw\u00e4rtigen  Angelegenheiten, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und  bevollm\u00e4chtigten Minister in London, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen  und bevollm\u00e4chtigten Botschafter,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn Grafen <em>de Selir<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Alberto d&#8217;Oliveira<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Bern;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Rum\u00e4nien: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Alexander Beldiman<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Berlin,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Edgar Mavrocordato<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der Kaiser aller Reu\u00dfen: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Nelidow<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Wirklichen Geheimen Rat, Botschafter in Paris,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>von Martens<\/em>,  Allerh\u00f6chstihren Geheimen Rat, st\u00e4ndiges Mitglied des Rates im  Kaiserlichen Ministerium der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, Mitglied des  St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Tcharykow<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Wirklichen Staatsrat, Kammerherrn, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister im Haag;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Republik Salvador: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Pedro I. Matheu<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik in Paris, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn <em>Santiago Perez Triana<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik in London;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Serbien:<\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn General <em>Sava Grou\u00eftch<\/em>, Pr\u00e4sidenten des Staatsrats,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Milovan Milovanovitch<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in Rom, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Michel Militchevitch<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister in London und im Haag;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Siam: <\/em><\/p>\n<p>Herrn Generalmajor <em>Mom Chatidej Udom<\/em>,<\/p>\n<p>Herrn <em>C. Corragioni d&#8217;Orelli<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Legationsrat,<\/p>\n<p>Herrn Hauptmann <em>Luang Bhuvanarth Nar\u00fcbal<\/em>;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig von Schweden, der Goten und der Wenden: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Knut Hjalmar Leonard Hammarskj\u00f6ld<\/em>,  Allerh\u00f6chstihren ehemaligen Justizminister, au\u00dferordentlichen Gesandten  und bevollm\u00e4chtigten Minister in Kopenhagen, Mitglied des St\u00e4ndigen  Schiedshofs,<\/p>\n<p>Herrn <em>Johannes Hellner<\/em>, Allerh\u00f6chstihren  ehemaligen Minister ohne Portefeuille, ehemaliges Mitglied des obersten  Gerichtshofs in Schweden, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Schweizerische Bundesrat: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Gaston Carlin<\/em>, au\u00dferordentlichen Gesandten und bevollm\u00e4chtigten Minister der Schweizerischen Eidgenossenschaft in London und im Haag,<\/p>\n<p>Herrn <em>Eug\u00e8ne Borel<\/em>, Oberst im Generalstabe, Professor an der Universit\u00e4t in Genf,<\/p>\n<p>Herrn <em>Max Huber<\/em>, Professor der Rechte an der Universit\u00e4t in Z\u00fcrich;<\/p>\n<p><em>Seine Majest\u00e4t der Kaiser der Osmanen: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz <em>Turkhan Pascha<\/em>, Allerh\u00f6chstihren au\u00dferordentlichen Botschafter, Minister des Evkaf,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz <em>Rechid Bey<\/em>, Allerh\u00f6chstihren Botschafter in Rom,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz den Vizeadmiral <em>Mehemmed Pascha<\/em>;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident des Orientalischen Freistaats Uruguay: <\/em><\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Jos\u00e9 Batlle y Ordo\u00f1ez<\/em>, ehemaligen Pr\u00e4sidenten der Republik, Mitglied des St\u00e4ndigen Schiedshofs,<\/p>\n<p>Seine Exzellenz Herrn <em>Juan P. Castro<\/em>,  ehemaligen Pr\u00e4sidenten des Senats, au\u00dferordentlichen Gesandten und  bevollm\u00e4chtigten Minister der Republik in Paris, Mitglied des St\u00e4ndigen  Schiedshofs;<\/p>\n<p><em>Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Venezuela: <\/em><\/p>\n<p>Herrn <em>Jos\u00e9 Gil Fortoul<\/em>, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik in Berlin.<\/p>\n<p>welche,  nachdem sie ihre Vollmachten hinterlegt und diese in guter und  geh\u00f6riger Form befunden haben, \u00fcber folgende Bestimmungen  \u00fcbereingekommen sind:<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 1. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Vertragsm\u00e4chte werden ihren Landheeren  Verhaltungsma\u00dfregeln geben, welche der dem vorliegenden Abkommen  beigef\u00fcgten Ordnung der Gesetze und Gebr\u00e4uche des Landkriegs  entsprechen.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 2. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Bestimmungen der im Artikel 1 angef\u00fchrten Ordnung sowie  des vorliegenden Abkommens finden nur zwischen den Vertragsm\u00e4chten  Anwendung und nur dann, wenn die Kriegf\u00fchrenden s\u00e4mtlich  Vertragsparteien sind.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 3. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die Kriegspartei, welche die Bestimmungen der bezeichneten  Ordnung verletzen sollte, ist gegebenen Falles zum Schadensersatze  verpflichtet. Sie ist f\u00fcr alle Handlungen verantwortlich, die von den zu  ihrer bewaffneten Macht geh\u00f6renden Personen begangen werden.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 4. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Dieses Abkommen tritt nach seiner Ratifikation f\u00fcr die  Beziehungen zwischen den Vertragsm\u00e4chten an die Stelle des Abkommens vom  29. Juli 1899, betreffend die Gesetze und Gebr\u00e4uche des Landkriegs.<\/p>\n<p>Das  Abkommen von 1899 bleibt in Kraft f\u00fcr die Beziehungen zwischen den  M\u00e4chten, die es unterzeichnet haben, die aber das vorliegende Abkommen  nicht gleicherma\u00dfen ratifizieren sollten.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 5. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Dieses Abkommen soll m\u00f6glichst bald ratifiziert werden.<\/p>\n<p>Die Ratifikationsurkunden sollen im Haag hinterlegt werden.<\/p>\n<p>Die  erste Hinterlegung von Ratifikationsurkunden wird durch ein Protokoll  festgestellt, das von den Vertretern der daran teilnehmenden M\u00e4chte und  von dem Niederl\u00e4ndischen Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten  unterzeichnet wird.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4teren Hinterlegungen von  Ratifikationsurkunden erfolgen mittels einer schriftlichen, an die  Regierung der Niederlande gerichteten Anzeige, der die  Ratifikationsurkunde beizuf\u00fcgen ist.<\/p>\n<p>Beglaubigte Abschrift des  Protokolls \u00fcber die erste Hinterlegung von Ratifikationsurkunden, der im  vorstehenden Absatz erw\u00e4hnten Anzeigen sowie der Ratifikationsurkunden  wird durch die Regierung der Niederlande den zur Zweiten  Friedenskonferenz eingeladenen M\u00e4chten sowie den anderen M\u00e4chten, die  dem Abkommen beigetreten sind, auf diplomatischem Wege mitgeteilt  werden. In den F\u00e4llen des vorstehenden Absatzes wird die bezeichnete  Regierung ihnen zugleich bekanntgeben, an welchem Tage sie die Anzeige  erhalten hat.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 6. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Die M\u00e4chte, die nicht unterzeichnet haben, k\u00f6nnen diesem Abkommen sp\u00e4ter beitreten.<\/p>\n<p>Die  Macht, die beizutreten w\u00fcnscht, hat ihre Absicht der Regierung der  Niederlande schriftlich anzuzeigen und ihr dabei die Beitrittsurkunde zu  \u00fcbersenden, die im Archive der bezeichneten Regierung hinterlegt werden  wird.<\/p>\n<p>Diese Regierung wird unverz\u00fcglich allen anderen M\u00e4chten  beglaubigte Abschrift der Anzeige wie der Beitrittsurkunde \u00fcbersenden  und zugleich angeben, an welchem Tage sie die Anzeige erhalten hat.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 7. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Dieses Abkommen wird wirksam f\u00fcr die M\u00e4chte, die an der ersten  Hinterlegung von Ratifikationsurkunden teilgenommen haben, sechzig Tage  nach dem Tage, an dem das Protokoll \u00fcber diese Hinterlegung aufgenommen  ist, und f\u00fcr die sp\u00e4ter ratifizierenden oder beitretenden M\u00e4chte  sechzig Tage, nachdem die Regierung der Niederlande die Anzeige von  ihrer Ratifikation oder von ihrem Beitritt erhalten hat.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 8. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Sollte eine der Vertragsm\u00e4chte dieses Abkommen k\u00fcndigen  wollen, so soll die K\u00fcndigung schriftlich der Regierung der Niederlande  erkl\u00e4rt werden, die unverz\u00fcglich beglaubigte Abschrift der Erkl\u00e4rung  allen anderen M\u00e4chten mitteilt und ihnen zugleich bekanntgibt, an  welchem Tage sie die Erkl\u00e4rung erhalten hat.<\/p>\n<p>Die K\u00fcndigung soll  nur in Ansehung der Macht wirksam sein, die sie erkl\u00e4rt hat, und erst  ein Jahr, nachdem die Erkl\u00e4rung bei der Regierung der Niederlande  eingegangen ist.<\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><em>Artikel 9. <\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Ein im Niederl\u00e4ndischen Ministerium der ausw\u00e4rtigen  Angelegenheiten gef\u00fchrtes Register soll den Tag der gem\u00e4\u00df Artikel 5 Abs.  3, 4 erfolgten Hinterlegung von Ratifikationsurkunden angeben sowie den  Tag, an dem die Anzeigen von dem Beitritt (Artikel 6 Abs. 2) oder von  der K\u00fcndigung (Artikel 8 Abs. 1) eingegangen sind.<\/p>\n<p>Jede Vertragsmacht hat das Recht, von diesem Register Kenntnis zu nehmen und beglaubigte Ausz\u00fcge daraus zu verlangen.<\/p>\n<p>Zu Urkund dessen haben die Bevollm\u00e4chtigten dieses Abkommen mit ihren Unterschriften versehen.<\/p>\n<p>Geschehen  im Haag am achtzehnten Oktober neunzehnhundertsieben in einer einzigen  Ausfertigung, die im Archive der Regierung der Niederlande hinterlegt  bleiben soll und wovon beglaubigte Abschriften den zur Zweiten  Friedenskonferenz eingeladenen M\u00e4chten auf diplomatischem Wege \u00fcbergeben  werden sollen.<\/p>\n<p><strong>1. F\u00fcr Deutschland: <\/strong><\/p>\n<p>Marschall.<\/p>\n<p>Kriege.<\/p>\n<p>Unter Vorbehalt des Artikel 44 der anliegenden Kriegsordnung.<\/p>\n<p><strong>2. F\u00fcr die Vereinigten Staaten von Amerika: <\/strong><\/p>\n<p>Joseph H. Choate.<\/p>\n<p>Horace Porter.<\/p>\n<p>U. M. Rose.<\/p>\n<p>David Jayne Hill.<\/p>\n<p>C. S. Sperry.<\/p>\n<p>William I. Buchanan.<\/p>\n<p><strong>3. F\u00fcr Argentinien:<\/strong><\/p>\n<p>Roque Saenz Pe\u00f1a.<\/p>\n<p>Luis M. Drago.<\/p>\n<p>C. R\u00faez Larreta.<\/p>\n<p><strong>4. F\u00fcr \u00d6sterreich-Ungarn: <\/strong><\/p>\n<p>M\u00e9rey.<\/p>\n<p>Baron Macchio.<\/p>\n<p>Mit dem in der Vollversammlung der Konferenz vom 17. August 1907 erkl\u00e4rten Vorbehalte.<\/p>\n<p><strong>5. F\u00fcr Belgien: <\/strong><\/p>\n<p>A. Beernaert.<\/p>\n<p>J. Van den Heuvel.<\/p>\n<p>Guillaume.<\/p>\n<p><strong>6. F\u00fcr Bolivien: <\/strong><\/p>\n<p>Claudio Pinilla.<\/p>\n<p><strong>7. F\u00fcr Brasilien: <\/strong><\/p>\n<p>Ruy Barbosa.<\/p>\n<p>E. Lisb\u00f4a.<\/p>\n<p><strong>8. F\u00fcr Bulgarien: <\/strong><\/p>\n<p>Generalmajor Vinaroff.<\/p>\n<p>Iv. Karandjouloff.<\/p>\n<p><strong>9. F\u00fcr Chile: <\/strong><\/p>\n<p>Domingo Gana.<\/p>\n<p>Augusto Matte.<\/p>\n<p>Carlos Concha.<\/p>\n<p><strong>10. F\u00fcr China: <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>11. F\u00fcr Kolumbien: <\/strong><\/p>\n<p>Jorge Holguin.<\/p>\n<p>S. Perez Triana.<\/p>\n<p>M. Vargas.<\/p>\n<p><strong>12. F\u00fcr die Republik Kuba: <\/strong><\/p>\n<p>Antonio S. de Bustamante.<\/p>\n<p>Gonzalo de Quesada.<\/p>\n<p>Manuel Sanguily.<\/p>\n<p><strong>13. F\u00fcr D\u00e4nemark: <\/strong><\/p>\n<p>C. Brun.<\/p>\n<p><strong>14. F\u00fcr die Dominikanische Republik: <\/strong><\/p>\n<p>Dr. Henriquez y Carvajal.<\/p>\n<p>Apolinar Tejera.<\/p>\n<p><strong>15. F\u00fcr Ekuador: <\/strong><\/p>\n<p>Victor M. Rend\u00f3n.<\/p>\n<p>E. Dorn y de Als\u00faa.<\/p>\n<p><strong>16. F\u00fcr Spanien: <\/strong><\/p>\n<p><strong>17. F\u00fcr Frankreich: <\/strong><\/p>\n<p>L\u00e9on Bourgeois.<\/p>\n<p>d&#8217;Estournelles de Constant.<\/p>\n<p>L. Renault.<\/p>\n<p>Marcellin Pellet.<\/p>\n<p><strong>18. F\u00fcr Gro\u00dfbritannien: <\/strong><\/p>\n<p>Edw. Fry.<\/p>\n<p>Ernest Satow.<\/p>\n<p>Reay.<\/p>\n<p>Henry Howard.<\/p>\n<p><strong>19. F\u00fcr Griechenland: <\/strong><\/p>\n<p>Cl\u00e9on Rizo Rangab\u00e9.<\/p>\n<p>Georges Streit.<\/p>\n<p><strong>20. F\u00fcr Guatemala: <\/strong><\/p>\n<p>Jos\u00e9 Tible Machado.<\/p>\n<p><strong>21. F\u00fcr Ha\u00efti: <\/strong><\/p>\n<p>Dalb\u00e9mar Jn Joseph.<\/p>\n<p>J. N. L\u00e9ger.<\/p>\n<p>Pierre Hudicourt.<\/p>\n<p><strong>22. F\u00fcr Italien: <\/strong><\/p>\n<p>Pompilj.<\/p>\n<p>G. Fusinato.<\/p>\n<p><strong>23. F\u00fcr Japan: <\/strong><\/p>\n<p>Aimaro Sato.<\/p>\n<p>Unter Vorbehalt des Artikel 44.<\/p>\n<p><strong>24. F\u00fcr Luxemburg: <\/strong><\/p>\n<p>Eyschen.<\/p>\n<p>Graf von Villers.<\/p>\n<p><strong>25. F\u00fcr Mexiko: <\/strong><\/p>\n<p>G. A. Esteva.<\/p>\n<p>S. B. de Mier.<\/p>\n<p>F. L. de la Barra.<\/p>\n<p><strong>26. F\u00fcr Montenegro: <\/strong><\/p>\n<p>Nelidow.<\/p>\n<p>Martens.<\/p>\n<p>N. Tcharykow.<\/p>\n<p>Mit den  Vorbehalten, die zum Artikel 44 der diesem Abkommen anliegenden  Kriegsordnung gemacht und in das Protokoll der vierten Vollversammlung  vom 17. August 1907 aufgenommen worden sind.<\/p>\n<p><strong>27. F\u00fcr Nikaragua: <\/strong><\/p>\n<p><strong>28. F\u00fcr Norwegen: <\/strong><\/p>\n<p>F. Hagerup.<\/p>\n<p><strong>29. F\u00fcr Panama: <\/strong><\/p>\n<p>B. Porras.<\/p>\n<p><strong>30. F\u00fcr Paraguay: <\/strong><\/p>\n<p>G. du Monceau.<\/p>\n<p><strong>31. F\u00fcr die Niederlande: <\/strong><\/p>\n<p>W. H. de Beaufort.<\/p>\n<p>T. M. C. Asser.<\/p>\n<p>den Beer Poortugael.<\/p>\n<p>J. A. R\u00f6ell.<\/p>\n<p>J. A. Loeff.<\/p>\n<p><strong>32. F\u00fcr Peru: <\/strong><\/p>\n<p>C. G. Candamo.<\/p>\n<p><strong>33. F\u00fcr Persien: <\/strong><\/p>\n<p>Momtazos-Saltaneh M. Samad Khan.<\/p>\n<p>Sadigh ul Mulk M. Ahmed Khan.<\/p>\n<p><strong>34. F\u00fcr Portugal: <\/strong><\/p>\n<p>Marquis de Soveral.<\/p>\n<p>Graf de Selir.<\/p>\n<p>Alberto d&#8217;Oliveira.<\/p>\n<p><strong>35. F\u00fcr Rum\u00e4nien: <\/strong><\/p>\n<p>Edg. Mavrocordato.<\/p>\n<p><strong>36. F\u00fcr Ru\u00dfland: <\/strong><\/p>\n<p>N\u00e9lidow.<\/p>\n<p>Martens.<\/p>\n<p>N. Tcharykow.<\/p>\n<p>Mit den  Vorbehalten, die zum Artikel 44 der diesem Abkommen anliegenden  Kriegsordnung gemacht und in das Protokoll der vierten Vollversammlung  vom 17. August 1907 aufgenommen worden sind.<\/p>\n<p><strong>37. F\u00fcr Salvador: <\/strong><\/p>\n<p>P. J. Matheu.<\/p>\n<p>S. Perez Triana.<\/p>\n<p><strong>38. F\u00fcr Serbien: <\/strong><\/p>\n<p>S. Grou\u00eftch.<\/p>\n<p>M. G. Milovanovitch.<\/p>\n<p>M. G. Militchevitch.<\/p>\n<p><strong>39. F\u00fcr Siam: <\/strong><\/p>\n<p>Mom Chatidej Udom.<\/p>\n<p>C. Corragioni d&#8217;Orelli.<\/p>\n<p>Luang Bh\u00fcvanarth Nar\u00fcbal.<\/p>\n<p><strong>40. F\u00fcr Schweden: <\/strong><\/p>\n<p>K. H. L. Hammarskj\u00f6ld.<\/p>\n<p>Joh. Hellner.<\/p>\n<p><strong>41. F\u00fcr die Schweiz: <\/strong><\/p>\n<p>Carlin.<\/p>\n<p><strong>42. F\u00fcr die T\u00fcrkei: <\/strong><\/p>\n<p>Turkhan.<\/p>\n<p>Unter Vorbehalt des Artikel 3.<\/p>\n<p><strong>43. F\u00fcr Uruguay: <\/strong><\/p>\n<p>Jos\u00e9 Batlle y Ordo\u00f1ez.<\/p>\n<p><strong>44. F\u00fcr Venezuela: <\/strong><\/p>\n<p>J. Gil Fortoul.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anlage zum Abkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ordnung der Gesetze und Gebr\u00e4uche des Landkriegs. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erster Abschnitt. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kriegf\u00fchrende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erstes Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Begriff des Kriegf\u00fchrenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 1. <\/em><\/p>\n<p>Die Gesetze, die Rechte und die Pflichten des Krieges gelten  nicht nur f\u00fcr das Heer, sondern auch f\u00fcr die Milizen und  Freiwilligen-Korps, wenn sie folgende Bedingungen in sich vereinigen:<\/p>\n<p>1. da\u00df jemand an ihrer Spitze steht, der f\u00fcr seine Untergebenen verantwortlich ist,<\/p>\n<p>2. da\u00df sie ein bestimmtes aus der Ferne erkennbares Abzeichen tragen,<\/p>\n<p>3. da\u00df sie die Waffen offen f\u00fchren und<\/p>\n<p>4. da\u00df sie bei ihren Unternehmungen die Gesetze und Gebr\u00e4uche des Krieges beobachten.<\/p>\n<p>In  den L\u00e4ndern, in denen Milizen oder Freiwilligen-Korps das Heer oder  einen Bestandteil des Heeres bilden, sind diese unter der Bezeichnung  &#8222;Heer&#8220; einbegriffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 2. <\/em><\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung eines nicht besetzten Gebiets, die beim  Herannahen des Feindes aus eigenem Antriebe zu den Waffen greift, um die  eindringenden Truppen zu bek\u00e4mpfen, ohne Zeit gehabt zu haben, sich  nach Artikel 1 zu organisieren, wird als kriegf\u00fchrend betrachtet, wenn  sie die Waffen offen f\u00fchrt und die Gesetze und Gebr\u00e4uche des Krieges  beobachtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 3. <\/em><\/p>\n<p>Die bewaffnete Macht der Kriegsparteien kann sich  zusammensetzen aus Kombattanten und Nichtkombattanten. Im Falle der  Gefangennahme durch den Feind haben die einen wie die anderen Anspruch  auf Behandlung als Kriegsgefangene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweites Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kriegsgefangene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 4. <\/em><\/p>\n<p>Die Kriegsgefangenen unterstehen der Gewalt der feindlichen  Regierung, aber nicht der Gewalt der Personen oder der Abteilungen, die  sie gefangen genommen haben.<\/p>\n<p>Sie sollen mit Menschlichkeit behandelt werden.<\/p>\n<p>Alles,  was ihnen pers\u00f6nlich geh\u00f6rt, verbleibt ihr Eigentum mit Ausnahme von  Waffen, Pferden und Schriftst\u00fccken milit\u00e4rischen Inhalts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 5. <\/em><\/p>\n<p>Die Kriegsgefangenen k\u00f6nnen in St\u00e4dten, Festungen, Lagern oder  an anderen Orten untergebracht werden mit der Verpflichtung, sich nicht  \u00fcber eine bestimmte Grenze hinaus zu entfernen; dagegen ist ihre  Einschlie\u00dfung nur statthaft als unerl\u00e4\u00dfliche Sicherungsma\u00dfregel und nur  w\u00e4hrend der Dauer der diese Ma\u00dfregel notwendig machenden Umst\u00e4nde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 6. <\/em><\/p>\n<p>Der Staat ist befugt, die Kriegsgefangenen mit Ausnahme der  Offiziere nach ihrem Dienstgrad und nach ihren F\u00e4higkeiten als Arbeiter  zu verwenden. Diese Arbeiten d\u00fcrfen nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sein und in keiner  Beziehung zu den Kriegsunternehmungen stehen.<\/p>\n<p>Den  Kriegsgefangenen kann gestattet werden, Arbeiten f\u00fcr \u00f6ffentliche  Verwaltungen oder f\u00fcr Privatpersonen oder f\u00fcr ihre eigene Rechnung  auszuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Arbeiten f\u00fcr den Staat werden nach den S\u00e4tzen  bezahlt, die f\u00fcr Milit\u00e4rpersonen des eigenen Heeres bei Ausf\u00fchrung der  gleichen Arbeiten gelten, oder, falls solche S\u00e4tze nicht bestehen, nach  einem Satze, wie er den geleisteten Arbeiten entspricht.<\/p>\n<p>Werden  die Arbeiten f\u00fcr Rechnung anderer \u00f6ffentlicher Verwaltungen oder f\u00fcr  Privatpersonen ausgef\u00fchrt, so werden die Bedingungen im Einverst\u00e4ndnisse  mit der Milit\u00e4rbeh\u00f6rde festgestellt.<\/p>\n<p>Der Verdienst der  Kriegsgefangenen soll zur Besserung ihrer Lage verwendet und der  \u00dcberschu\u00df nach Abzug der Unterhaltungskosten ihnen bei der Freilassung  ausgezahlt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 7. <\/em><\/p>\n<p>Die Regierung, in deren Gewalt sich die Kriegsgefangenen befinden, hat f\u00fcr ihren Unterhalt zu sorgen.<\/p>\n<p>In  Ermangelung einer besonderen Verst\u00e4ndigung zwischen den Kriegf\u00fchrenden  sind die Kriegsgefangenen in Beziehung auf Nahrung, Unterkunft und  Kleidung auf demselben Fu\u00dfe zu behandeln wie die Truppen der Regierung,  die sie gefangen genommen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 8. <\/em><\/p>\n<p>Die Kriegsgefangenen unterstehen den Gesetzen, Vorschriften  und Befehlen, die in dem Heere des Staates gelten, in dessen Gewalt sie  sich befinden. Jede Unbotm\u00e4\u00dfigkeit kann mit der erforderlichen Strenge  geahndet werden.<\/p>\n<p>Entwichene Kriegsgefangene, die wieder ergriffen  werden, bevor es ihnen gelungen ist, ihr Heer zu erreichen, oder bevor  sie das Gebiet verlassen haben, das von den Truppen, welche sie gefangen  genommen hatten, besetzt ist, unterliegen disziplinarischer Bestrafung.<\/p>\n<p>Kriegsgefangene, die nach gelungener Flucht von neuem gefangen  genommen werden, k\u00f6nnen f\u00fcr die fr\u00fchere Flucht nicht bestraft werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 9. <\/em><\/p>\n<p>Jeder Kriegsgefangene ist verpflichtet, auf Befragen seinen  wahren Namen und Dienstgrad anzugeben; handelt er gegen diese  Vorschrift, so k\u00f6nnen ihm die Verg\u00fcnstigungen, die den Kriegsgefangenen  seiner Klasse zustehen, entzogen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 10. <\/em><\/p>\n<p>Kriegsgefangene k\u00f6nnen gegen Ehrenwort freigelassen werden,  wenn die Gesetze ihres Landes sie dazu erm\u00e4chtigen; sie sind alsdann bei  ihrer pers\u00f6nlichen Ehre verbunden, die \u00fcbernommenen Verpflichtungen  sowohl ihrer eigenen Regierung als auch dem Staate gegen\u00fcber, der sie zu  Kriegsgefangenen gemacht hat, gewissenhaft zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Ihre  Regierung ist in solchem Falle verpflichtet, keinerlei Dienste zu  verlangen oder anzunehmen, die dem gegebenen Ehrenworte widersprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 11. <\/em><\/p>\n<p>Ein Kriegsgefangener kann nicht gezwungen werden, seine  Freilassung gegen Ehrenwort anzunehmen; ebensowenig ist die feindliche  Regierung verpflichtet, dem Antrag eines Kriegsgefangenen auf Entlassung  gegen Ehrenwort zu entsprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 12. <\/em><\/p>\n<p>Jeder gegen Ehrenwort entlassene Kriegsgefangene, der gegen  den Staat, dem gegen\u00fcber er die Ehrenverpflichtung eingegangen ist, oder  gegen dessen Verb\u00fcndete die Waffen tr\u00e4gt und wieder ergriffen wird,  verliert das Recht der Behandlung als Kriegsgefangener und kann vor  Gericht gestellt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 13. <\/em><\/p>\n<p>Personen, die einem Heere folgen, ohne ihm unmittelbar  anzugeh\u00f6ren, wie Kriegskorrespondenten, Zeitungsberichterstatter,  Marketender und Lieferanten, haben, wenn sie in die Hand des Feindes  geraten und diesem ihre Festhaltung zweckm\u00e4\u00dfig erscheint, das Recht auf  Behandlung als Kriegsgefangene, vorausgesetzt, da\u00df sie sich im Besitz  eines Ausweises der Milit\u00e4rbeh\u00f6rde des Heeres befinden, das sie  begleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 14. <\/em><\/p>\n<p>Beim Ausbruche der Feindseligkeiten wird in jedem der  kriegf\u00fchrenden Staaten und eintretenden Falles in den neutralen Staaten,  die Angeh\u00f6rige eines der Kriegf\u00fchrenden in ihr Gebiet aufgenommen  haben, eine Auskunftsstelle \u00fcber die Kriegsgefangenen errichtet. Diese  ist berufen, alle die Kriegsgefangenen betreffenden Anfragen zu  beantworten, und erh\u00e4lt von den zust\u00e4ndigen Dienststellen alle Angaben  \u00fcber die Unterbringung und deren Wechsel, \u00fcber Freilassungen gegen  Ehrenwort, \u00fcber Austausch, \u00fcber Entweichungen, \u00fcber Aufnahme in die  Hospit\u00e4ler und \u00fcber Sterbef\u00e4lle sowie sonstige Ausk\u00fcnfte, die n\u00f6tig  sind, um \u00fcber jeden Kriegsgefangenen ein Personalblatt anzulegen und auf  dem laufenden zu erhalten. Die Auskunftstelle verzeichnet auf diesem  Personalblatte die Matrikelnummer, den Vor- und Zunamen, das Alter, den  Heimatort, den Dienstgrad, den Truppenteil, die Verwundungen, den Tag  und Ort der Gefangennahme, der Unterbringung, der Verwundungen und des  Todes sowie alle besonderen Bemerkungen. Das Personalblatt wird nach dem  Friedensschlusse der Regierung des anderen Kriegf\u00fchrenden \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>Die  Auskunftstelle sammelt ferner alle zum pers\u00f6nlichen Gebrauche dienenden  Gegenst\u00e4nde, Wertsachen, Briefe u. s. w., die auf den Schlachtfeldern  gefunden oder von den gegen Ehrenwort entlassenen, ausgetauschten,  entwichenen oder in Hospit\u00e4lern oder Feldlazaretten gestorbenen  Kriegsgefangenen hinterlassen werden, und stellt sie den Berechtigten  zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 15. <\/em><\/p>\n<p>Die Hilfsgesellschaften f\u00fcr Kriegsgefangene, die ordnungsm\u00e4\u00dfig  nach den Gesetzen ihres Landes gebildet worden sind und den Zweck  verfolgen, die Vermittler der mildt\u00e4tigen N\u00e4chstenhilfe zu sein,  erhalten von den Kriegf\u00fchrenden f\u00fcr sich und ihre ordnungsm\u00e4\u00dfig  beglaubigten Agenten jede Erleichterung innerhalb der durch die  milit\u00e4rischen Erfordernisse und die Verwaltungsvorschriften gezogenen  Grenzen, um ihre menschenfreundlichen Bestrebungen wirksam ausf\u00fchren zu  k\u00f6nnen. Den Delegierten dieser Gesellschaften kann auf Grund einer ihnen  pers\u00f6nlich von der Milit\u00e4rbeh\u00f6rde erteilten Erlaubnis und gegen die  schriftliche Verpflichtung, sich allen von dieser etwa erlassenen  Ordnungs- und Polizeivorschriften zu f\u00fcgen, gestattet werden, Beihilfen  an den Unterbringungsstellen sowie an den Rastorten der in die Heimat  zur\u00fcckkehrenden Gefangenen zu verteilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 16. <\/em><\/p>\n<p>Die Auskunftstellen genie\u00dfen Portofreiheit. Briefe,  Postanweisungen, Geldsendungen und Postpakete, die f\u00fcr die  Kriegsgefangenen bestimmt sind oder von ihnen abgesandt werden, sind  sowohl im Lande der Aufgabe, als auch im Bestimmungsland und in den  Zwischenl\u00e4ndern von allen Postgeb\u00fchren befreit.<\/p>\n<p>Die als  Liebesgaben und Beihilfen f\u00fcr Kriegsgefangene bestimmten Gegenst\u00e4nde  sind von allen Eingangsz\u00f6llen und anderen Geb\u00fchren sowie von den  Frachtkosten auf Staatseisenbahnen befreit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 17. <\/em><\/p>\n<p>Die gefangenen Offiziere erhalten dieselbe Besoldung, wie sie  den Offizieren gleichen Dienstgrads in dem Lande zusteht, wo sie  gefangen gehalten werden; ihre Regierung ist zur Erstattung  verpflichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 18. <\/em><\/p>\n<p>Den Kriegsgefangenen wird in der Aus\u00fcbung ihrer Religion mit  Einschlu\u00df der Teilnahme am Gottesdienste volle Freiheit gelassen unter  der einzigen Bedingung, da\u00df sie sich den Ordnungs- und  Polizeivorschriften der Milit\u00e4rbeh\u00f6rde f\u00fcgen.<\/p>\n<p><em>Artikel 19.<\/em><\/p>\n<p>Die  Testamente der Kriegsgefangenen werden unter denselben Bedingungen  entgegengenommen oder errichtet wie die der Milit\u00e4rpersonen des eigenen  Heeres.<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr die Sterbeurkunden sowie f\u00fcr die  Beerdigung von Kriegsgefangenen, wobei deren Dienstgrad und Rang zu  ber\u00fccksichtigen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 20. <\/em><\/p>\n<p>Nach dem Friedensschlusse sollen die Kriegsgefangenen binnen k\u00fcrzester Frist in ihre Heimat entlassen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drittes Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kranke und Verwundete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 21. <\/em><\/p>\n<p>Die Pflichten der Kriegf\u00fchrenden in Ansehung der Behandlung von Kranken und Verwundeten bestimmen sich aus dem Genfer Abkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweiter Abschnitt. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Feindseligkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erstes Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mittel zur Sch\u00e4digung des Feindes, Belagerungen und Beschie\u00dfungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 22. <\/em><\/p>\n<p>Die Kriegf\u00fchrenden haben kein unbeschr\u00e4nktes Recht in der Wahl der Mittel zur Sch\u00e4digung des Feindes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 23. <\/em><\/p>\n<p>Abgesehen von den durch Sondervertr\u00e4ge aufgestellten Verboten, ist namentlich untersagt:<\/p>\n<p>a) die Verwendung von Gift oder vergifteten Waffen,<\/p>\n<p>b) die meuchlerische T\u00f6tung oder Verwundung von Angeh\u00f6rigen des feindlichen Volkes oder Heeres,<\/p>\n<p>c) die T\u00f6tung oder Verwundung eines die Waffen streckenden oder wehrlosen Feindes, der sich auf Gnade oder Ungnade ergeben hat,<\/p>\n<p>d) die Erkl\u00e4rung, da\u00df kein Pardon gegeben wird,<\/p>\n<p>e) der Gebrauch von Waffen, Geschossen oder Stoffen, die geeignet sind, unn\u00f6tig Leiden zu verursachen,<\/p>\n<p>f)  der Mi\u00dfbrauch der Parlament\u00e4rflagge, der Nationalflagge oder der  milit\u00e4rischen Abzeichen oder der Uniform des Feindes sowie der  besonderen Abzeichen des Genfer Abkommens,<\/p>\n<p>g) die Zerst\u00f6rung oder  Wegnahme feindlichen Eigentums au\u00dfer in den F\u00e4llen, wo diese Zerst\u00f6rung  oder Wegnahme durch die Erfordernisse des Krieges dringend erheischt  wird,<\/p>\n<p>h) die Aufhebung oder zeitweilige Au\u00dferkraftsetzung der  Rechte und Forderungen von Angeh\u00f6rigen der Gegenpartei oder die  Ausschlie\u00dfung ihrer Klagbarkeit.<\/p>\n<p>Den Kriegf\u00fchrenden ist ebenfalls  untersagt, Angeh\u00f6rige der Gegenpartei zur Teilnahme an den  Kriegsunternehmungen gegen ihr Land zu zwingen; dies gilt auch f\u00fcr den  Fall, da\u00df sie vor Ausbruch des Krieges angeworben waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 24. <\/em><\/p>\n<p>Kriegslisten und die Anwendung der notwendigen Mittel, um sich  Nachrichten \u00fcber den Gegner und das Gel\u00e4nde zu verschaffen, sind  erlaubt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 25. <\/em><\/p>\n<p>Es ist untersagt, unverteidigte St\u00e4dte, D\u00f6rfer, Wohnst\u00e4tten  oder Geb\u00e4ude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu  beschie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 26. <\/em><\/p>\n<p>Der Befehlshaber einer angreifenden Truppe soll vor Beginn der  Beschie\u00dfung, den Fall eines Sturmangriffs ausgenommen, alles was an ihm  liegt tun, um die Beh\u00f6rden davon zu benachrichtigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 27. <\/em><\/p>\n<p>Bei Belagerungen und Beschie\u00dfungen sollen alle erforderlichen  Vorkehrungen getroffen werden, um die dem Gottesdienste, der Kunst, der  Wissenschaft und der Wohlt\u00e4tigkeit gewidmeten Geb\u00e4ude, die  geschichtlichen Denkm\u00e4ler, die Hospit\u00e4ler und Sammelpl\u00e4tze f\u00fcr Kranke  und Verwundete soviel wie m\u00f6glich zu schonen, vorausgesetzt, da\u00df sie  nicht gleichzeitig zu einem milit\u00e4rischen Zwecke Verwendung finden.<\/p>\n<p>Pflicht  der Belagerten ist es, diese Geb\u00e4ude oder Sammelpl\u00e4tze mit deutlichen  besonderen Zeichen zu versehen und diese dem Belagerer vorher  bekanntzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 28. <\/em><\/p>\n<p>Es ist untersagt, St\u00e4dte oder Ansiedelungen, selbst wenn sie im Sturme genommen sind, der Pl\u00fcnderung preiszugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweites Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Spione.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 29. <\/em><\/p>\n<p>Als Spion gilt nur, wer heimlich oder unter falschem Vorwand  in dem Operationsgebiet eines Kriegf\u00fchrenden Nachrichten einzieht oder  einzuziehen sucht in der Absicht, sie der Gegenpartei mitzuteilen.<\/p>\n<p>Demgem\u00e4\u00df  sind Milit\u00e4rpersonen in Uniform, die in das Operationsgebiet des  feindlichen Heeres eingedrungen sind, um sich Nachrichten zu  verschaffen, nicht als Spione zu betrachten. Desgleichen gelten nicht  als Spione: Milit\u00e4rpersonen und Nichtmilit\u00e4rpersonen, die den ihnen  erteilten Auftrag, Mitteilungen an ihr eigenes oder an das feindliche  Heer zu \u00fcberbringen, offen ausf\u00fchren. Dahin geh\u00f6ren ebenfalls Personen,  die in Luftschiffen bef\u00f6rdert werden, um Mitteilungen zu \u00fcberbringen  oder um \u00fcberhaupt Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen eines  Heeres oder eines Gebiets aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 30. <\/em><\/p>\n<p>Der auf der Tat ertappte Spion kann nicht ohne vorausgegangenes Urteil bestraft werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 31. <\/em><\/p>\n<p>Ein Spion, welcher zu dem Heere, dem er angeh\u00f6rt,  zur\u00fcckgekehrt ist und sp\u00e4ter vom Feinde gefangen genommen wird, ist als  Kriegsgefangener zu behandeln und kann f\u00fcr fr\u00fcher begangene Spionage  nicht verantwortlich gemacht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drittes Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Parlament\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 32. <\/em><\/p>\n<p>Als Parlament\u00e4r gilt, wer von einem der Kriegf\u00fchrenden  bevollm\u00e4chtigt ist, mit dem anderen in Unterhandlungen zu treten, und  sich mit der wei\u00dfen Fahne zeigt. Er hat Anspruch auf Unverletzlichkeit,  ebenso der ihn begleitende Trompeter, Hornist oder Trommler,  Fahnentr\u00e4ger und Dolmetscher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 33. <\/em><\/p>\n<p>Der Befehlshaber, zudem ein Parlament\u00e4r gesandt wird, ist nicht verpflichtet, ihn unter allen Umst\u00e4nden zu empfangen.<\/p>\n<p>Er  kann alle erforderlichen Ma\u00dfregeln ergreifen, um den Parlament\u00e4r zu  verhindern, seine Sendung zur Einziehung von Nachrichten zu benutzen.<\/p>\n<p>Er ist berechtigt, bei vorkommendem Mi\u00dfbrauche den Parlament\u00e4r zeitweilig zur\u00fcckzuhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 34. <\/em><\/p>\n<p>Der Parlament\u00e4r verliert seinen Anspruch auf  Unverletzlichkeit, wenn der bestimmte, unwiderlegbare Beweis vorliegt,  da\u00df er seine bevorrechtigte Stellung dazu benutzt hat, um Verrat zu \u00fcben  oder dazu anzustiften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viertes Kapitel. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kapitulationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 35. <\/em><\/p>\n<p>Die zwischen den abschlie\u00dfenden Parteien vereinbarten  Kapitulationen sollen den Forderungen der milit\u00e4rischen Ehre Rechnung  tragen.<\/p>\n<p>Einmal abgeschlossen, sollen sie von beiden Parteien gewissenhaft beobachtet werden.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnftes Kapitel.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Waffenstillstand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 36. <\/em><\/p>\n<p>Der Waffenstillstand unterbricht die Kriegsunternehmungen  kraft eines wechselseitigen \u00dcbereinkommens der Kriegsparteien. Ist eine  bestimmte Dauer nicht vereinbart worden, so k\u00f6nnen die Kriegsparteien  jederzeit die Feindseligkeiten wieder aufnehmen, doch nur unter der  Voraussetzung, da\u00df der Feind, gem\u00e4\u00df den Bedingungen des  Waffenstillstandes, rechtzeitig benachrichtigt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 37. <\/em><\/p>\n<p>Der Waffenstillstand kann ein allgemeiner oder ein \u00f6rtlich begrenzter sein.<\/p>\n<p>Der  erstere unterbricht die Kriegsunternehmungen der kriegf\u00fchrenden Staaten  allenthalben, der letztere nur f\u00fcr bestimmte Teile der kriegf\u00fchrenden  Heere und innerhalb eines bestimmten Bereichs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 38. <\/em><\/p>\n<p>Der Waffenstillstand mu\u00df in aller Form und rechtzeitig den  zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden und den Truppen bekanntgemacht werden. Die  Feindseligkeiten sind sofort nach der Bekanntmachung oder zu dem  festgesetzten Zeitpunkt einzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 39. <\/em><\/p>\n<p>Es ist Sache der abschlie\u00dfenden Parteien, in den Bedingungen  des Waffenstillstandes festzusetzen, welche Beziehungen etwa auf dem  Kriegsschauplatze mit der Bev\u00f6lkerung und untereinander statthaft sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 40. <\/em><\/p>\n<p>Jede schwere Verletzung des Waffenstillstandes durch eine der  Parteien gibt der anderen das Recht, ihn zu k\u00fcndigen und in dringenden  F\u00e4llen sogar die Feindseligkeiten unverz\u00fcglich wieder aufzunehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 41. <\/em><\/p>\n<p>Die Verletzung der Bedingungen des Waffenstillstandes durch  Privatpersonen, die aus eigenem Antriebe handeln, gibt nur das Recht,  die Bestrafung der Schuldigen und gegebenen Falles einen Ersatz f\u00fcr den  erlittenen Schaden zu fordern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dritter Abschnitt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Milit\u00e4rische Gewalt auf besetztem feindlichen Gebiete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 42. <\/em><\/p>\n<p>Ein Gebiet gilt als besetzt, wenn es sich tats\u00e4chlich in der Gewalt des feindlichen Heeres befindet.<\/p>\n<p>Die Besetzung erstreckt sich nur auf die Gebiete, wo diese Gewalt hergestellt ist und ausge\u00fcbt werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 43. <\/em><\/p>\n<p>Nachdem die gesetzm\u00e4\u00dfige Gewalt tats\u00e4chlich in die H\u00e4nde des  Besetzenden \u00fcbergegangen ist, hat dieser alle von ihm abh\u00e4ngenden  Vorkehrungen zu treffen, um nach M\u00f6glichkeit die \u00f6ffentliche Ordnung und  das \u00f6ffentliche Leben wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten, und  zwar, soweit kein zwingendes Hindernis besteht, unter Beachtung der  Landesgesetze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 44. <\/em><\/p>\n<p>Einem Kriegf\u00fchrenden ist es untersagt, die Bev\u00f6lkerung eines  besetzten Gebiets zu zwingen, Ausk\u00fcnfte \u00fcber das Heer des anderen  Kriegf\u00fchrenden oder \u00fcber dessen Verteidigungsmittel zu geben.<\/p>\n<p><em>Artikel 45.<\/em><\/p>\n<p>Es ist untersagt, die Bev\u00f6lkerung eines besetzten Gebiets zu zwingen, der feindlichen Macht den Treueid zu leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 46. <\/em><\/p>\n<p>Die Ehre und die Rechte der Familie, das Leben der B\u00fcrger und  das Privateigentum sowie die religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen und  gottesdienstlichen Handlungen sollen geachtet werden.<\/p>\n<p>Das Privateigentum darf nicht eingezogen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 47. <\/em><\/p>\n<p>Die Pl\u00fcnderung ist ausdr\u00fccklich untersagt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 48. <\/em><\/p>\n<p>Erhebt der Besetzende in dem besetzten Gebiete die zugunsten  des Staates bestehenden Abgaben, Z\u00f6lle und Geb\u00fchren, so soll er es  m\u00f6glichst nach Ma\u00dfgabe der f\u00fcr die Ansetzung und Verteilung geltenden  Vorschriften tun; es erw\u00e4chst damit f\u00fcr ihn die Verpflichtung, die  Kosten der Verwaltung des besetzten Gebietes in dem Umfange zu tragen,  wie die gesetzm\u00e4\u00dfige Regierung hierzu verpflichtet war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 49. <\/em><\/p>\n<p>Erhebt der Besetzende in dem besetzten Gebiet au\u00dfer den im  vorstehenden Artikel bezeichneten Abgaben andere Auflagen in Geld, so  darf dies nur zur Deckung der Bed\u00fcrfnisse des Heeres oder der Verwaltung  dieses Gebiets geschehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 50. <\/em><\/p>\n<p>Keine Strafe in Geld oder anderer Art darf \u00fcber eine ganze  Bev\u00f6lkerung wegen der Handlungen einzelner verh\u00e4ngt werden, f\u00fcr welche  die Bev\u00f6lkerung nicht als mitverantwortlich angesehen werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 51. <\/em><\/p>\n<p>Zwangsauflagen k\u00f6nnen nur auf Grund eines schriftlichen Befehl  und unter Verantwortlichkeit eines selbst\u00e4ndig kommandierenden Generals  erhoben werden.<\/p>\n<p>Die Erhebung soll so viel wie m\u00f6glich nach den Vorschriften \u00fcber die Ansetzung und Verteilung der bestehenden Abgaben erfolgen.<\/p>\n<p>\u00dcber jede auferlegte Leistung wird den Leistungspflichtigen eine Empfangsbest\u00e4tigung erteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 52. <\/em><\/p>\n<p>Naturalleistungen und Dienstleistungen k\u00f6nnen von Gemeinden  oder Einwohnern nur f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse des Besetzungsheers gefordert  werden. Sie m\u00fcssen im Verh\u00e4ltnisse zu den Hilfsquellen des Landes stehen  und solcher Art sein, da\u00df sie nicht f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung die  Verpflichtung enthalten, an Kriegsunternehmungen gegen ihr Vaterland  teilzunehmen.<\/p>\n<p>Derartige Natural- und Dienstleistungen k\u00f6nnen nur  mit Erm\u00e4chtigung des Befehlshabers der besetzten \u00d6rtlichkeit gefordert  werden.<\/p>\n<p>Die Naturalleistungen sind so viel wie m\u00f6glich bar zu  bezahlen. Andernfalls sind daf\u00fcr Empfangsbest\u00e4tigungen auszustellen; die  Zahlung der geschuldeten Summen soll m\u00f6glichst bald bewirkt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 53. <\/em><\/p>\n<p>Das ein Gebiet besetzende Heer kann nur mit Beschlag belegen:  das bare Geld und die Wertbest\u00e4nde des Staates sowie die dem Staate  zustehenden eintreibbaren Forderungen, die Waffenniederlagen,  Bef\u00f6rderungsmittel, Vorratsh\u00e4user und Lebensmittelvorr\u00e4te sowie  \u00fcberhaupt alles bewegliche Eigentum des Staates, das geeignet ist, den  Kriegsunternehmungen zu dienen.<\/p>\n<p>Alle Mittel, die zu Lande, zu  Wasser und in der Luft zur Weitergabe von Nachrichten und zur  Bef\u00f6rderung von Personen oder Sachen dienen, mit Ausnahme der durch das  Seerecht geregelten F\u00e4lle, sowie die Waffenniederlagen und \u00fcberhaupt  jede Art von Kriegsvorr\u00e4ten k\u00f6nnen, selbst wenn sie Privatpersonen  geh\u00f6ren, mit Beschlag belegt werden. Beim Friedensschlusse m\u00fcssen sie  aber zur\u00fcckgegeben und die Entsch\u00e4digungen geregelt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 54. <\/em><\/p>\n<p>Die unterseeischen Kabel, die ein besetztes Gebiet mit einem  neutralen Gebiete verbinden d\u00fcrfen nur im Falle unbedingter  Notwendigkeit mit Beschlag belegt oder zerst\u00f6rt werden. Beim  Friedensschlusse m\u00fcssen sie gleichfalls zur\u00fcckgegeben und die  Entsch\u00e4digungen geregelt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 55. <\/em><\/p>\n<p>Der besetzende Staat hat sich nur als Verwalter und Nutznie\u00dfer  der \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude, Liegenschaften, W\u00e4lder und  landwirtschaftlichen Betriebe zu betrachten, die dem feindlichen Staate  geh\u00f6ren und sich in dem besetzten Gebiete befinden. Er soll den Bestand  dieser G\u00fcter erhalten und sie nach den Regeln des Nie\u00dfbrauchs verwalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Artikel 56. <\/em><\/p>\n<p>Das Eigentum der Gemeinden und der dem Gottesdienste, der  Wohlt\u00e4tigkeit, dem Unterrichte, der Kunst und der Wissenschaft  gewidmeten Anstalten, auch wenn diese dem Staate geh\u00f6ren, ist als  Privateigentum zu behandeln.<\/p>\n<p>Jede Beschlagnahme, jede  absichtliche Zerst\u00f6rung oder Besch\u00e4digung von derartigen Anlagen, von  geschichtlichen Denkm\u00e4lern oder von Werken der Kunst und Wissenschaft  ist untersagt und soll geahndet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Hier nach: Abkommen betreffend die Gesetze und Gebr\u00e4uche des  Landkriegs [Haager Landkriegsordnung], 18. Oktober 1907, RGBl. 1910, S.  107-151.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebr\u00e4uche des Landkriegs. &nbsp; Vom 18. Oktober 1907. 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